Kommentare zu: Christian Siefkes – Peer-Produktion http://band1.dieweltdercommons.de Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat Thu, 31 Mar 2016 12:50:20 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.1 Von: Rene http://band1.dieweltdercommons.de/essays/christian-siefkes-peer-produktion/#comment-2448 Tue, 07 Jan 2014 18:34:21 +0000 http://band1.dieweltdercommons.de/?page_id=338#comment-2448 Ich finde ihren Kommentar überhaupt nicht pessimistisch. Ihr Kommentar zeigt einige kritische Punkte auf, die richtig sind. Zum Beispiel das Prinzip der “Geldlohnarbeit” das als vorherrschendes Gesellschaftselement, Änderungen erhalten müsste. Stichwort Bedingungsloses Grundeinkommen

Auch der Schutz von alternativen Wirtschaftsräumen muss verbessert werden.

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Von: simon http://band1.dieweltdercommons.de/essays/christian-siefkes-peer-produktion/#comment-2446 Tue, 07 Jan 2014 18:17:16 +0000 http://band1.dieweltdercommons.de/?page_id=338#comment-2446 Danke für den Artikel! auf jeden Fall ein sehr spannendes Thema, diese „neue Produktionsweise“. Ich frag mich nur, ob Sie deren emanzipatorisches Potenzial nicht auch überschätzen. Ich sehe zwei Probleme: Erstens sind im Kapitalismus die meisten Menschen lohnabhängig und können sich deshalb nicht einfach dem Entwerfen eines Stuhls widmen. Zweitens wer produziert das Holz für den Stuhl, wer die Nahrung für die Commonsproduzenten?
Die Genossenschaftsbewegung hatte oft eine ähnliche Vorstellung wie Sie sie vortragen: Dass der kapitalistischen Produktionsweise im Kapitalismus getrotzt werden kann, in dem man den Kapitalismus ganz einfach ignoriert und kollektiv produziert und als schöner Nebeneffekt die Dominanz des Kapitals „Schritt für Schritt“ auflöst. Genossenschaften sind aber in der Realität keinerlei Bedrohung für die Kapitalisten, da erstere sich (aufgrund des ökonomischen Drucks) niemals über ihre Nischenplätzen hinaus ausdehnen können.
Ich fürchte, dass für Commons dasselbe gilt. Sie stossen an einem gewissen Punkt an die Grenzen die ihnen durch die Besitzverhältnisse gesetzt sind. Natürlich untergraben sie diese Besitzverhältnisse und werden auch in gewissen Branchen zum Einbruch der Profitraten führen. Ich glaube aber kaum, dass die Verbreitung von Peer-Werkstätten dazu führen kann, dass das Monopol des Kapitals auf die Produktionsmittel grundsätzlich ins wanken gerät. Wie soll sich die Peer-Produktion aus ihrem Nischendasein befreien, angesichts der vorherrschenden ökonomischen Zwänge? Dazu bräuchte es entweder die wundersame Schenkung einer gewaltigen Kapitalmasse, um die durch Lohnarbeit an die kapitalistischen Betriebe gefesselten Arbeitskräfte freizusetzen oder aber schlicht die Aneignung jener Betriebe durch die Produzenten, um die Produktion anschliessend selbst und gemeinsam zu gestalten. Damit also eine Gesellschaft zu einer „Assoziation freier Produzenten“ wird, wie sie Marx vorschwebte, müssen die Kapitalisten enteignet werden, um so dann mit den Errungenen Produktionsmitteln, tatsächlich auch das Holz für den Commons-Stuhl gemeinschaftlich zu produzieren. Denn Schritt für Schritt werden sie sich ihre Macht nicht nehmen lassen.
Mein Kommentar soll aber keineswegs eine Kritik an der Peer-Produktion an sich sein. Ich glaube sie eröffnet auf jeden Fall neue Räume dem Kapitalismus entgegen zu treten und sie ist ausserdem eine Vorwegnahme in der Gegenwart darauf, wie eine Gesellschaft in der Zukunft sein könnte. Und..vielleicht und hoffentlich bin ich ja auch einfach zu pessimistisch..

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